Apps in Serie

Beratung, Entwicklung, Projektsteuerung von Automotive Apps und deren Anbindung an Backends: IAV verfügt über umfassende Kompetenzen für die Integration von mobilen Geräten ins Fahrzeug

Seit 2010 hat IAV Know-how und Tools im Automotive App Competence Center (AACC) gebündelt. Die Experten entwickeln mobile Anwendungen für Android-, iOS- und Windows-Plattformen – vom Konzept über Entwurf und Implementierung bis hin zur Veröffentlichung und regelmäßigen Updates. Unterschiedliche Referenzprojekte belegen die große Bandbreite an Kompetenzen im IAV-Team.

Die Einbindung von Apps und mobilen Geräten entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal für die Automobilhersteller. Deren Kunden erwarten auch im Auto den Zugriff auf persönliche Daten und lieb gewonnene Apps sowie die Möglichkeit Fahrzeugfunktionen per Smartphone steuern zu können. Hier ist eine enge Verknüpfung von IT- und Fahrzeug-Know-how gefragt – denn bei einem Zugriff von Consumer-Elektronik-Geräten auf den CAN-Bus oder das Infotainmentsystem darf die Fahrzeugsicherheit zu keiner Zeit gefährdet werden. IAV nutzt dafür Schnittstellen, die die Zugriffsrechte der Apps begrenzen und den Datenaustausch über verschlüsselte Protokolle abwickeln.

Bei der Entwicklung von Prototypen und Serien- Apps setzen die IAV-Experten auf die agile Entwicklungsmethode Scrum. Sie bietet ein Vorgehen, um auch komplexe Projekte sicher zum Erfolg zu führen – indem die Entwickler Teilfunktionen der App nacheinander in „Sprints“ von zwei bis drei Wochen Dauer realisieren, sodass das Projekt in diesem Rhythmus kontinuierlich wächst. „Scrum ist eine gute Wahl, wenn man am Anfang der Entwicklung noch nicht hundertprozentig sicher ist, was man am Ende genau haben möchte“, sagt Jens Reinhold, Abteilungsleiter Vehicle Cockpit Devices bei IAV.

Automatische Messung der Codequalität

Besonderen Wert legen die fast 20 Mitarbeiter des Automotive App Competence Centers auf Qualitätsprozesse und -messung während der Entwicklung von Serien-Apps. „Wir testen den Code automatisch, um Fehler und schlechten Programmierstil frühzeitig zu er- kennen“, erklärt Katharina Gehrmann, Teamleiterin Automotive Apps Development. „Dafür haben wir für Volkswagen einen Prozess entwickelt, der die Qualität mithilfe bestimmter Metriken misst und auf Stellen hinweist, an denen Verbesserungen möglich sind.“

In den vergangenen Jahren hat das AACC zahlreiche Serien-Apps realisiert. Eine davon ist der Think Blue. Trainer für Volkswagen für Android-Smartphones. Für diese App wird die MirrorLink-Funktion des Infotainmentsystems genutzt – mit ihrer Hilfe lassen sich Apps vom Smartphone des Fahrers im Infotainmentsystem des Fahrzeugs anzeigen und über den großen Touchscreen des Infotainmentsystems während der Fahrt bequem bedienen.

Der Think Blue. Trainer stellt dem Fahrer unterwegs verschiedene Aufgaben, die er durch eine vorausschauende Fahrweise lösen kann. Dafür kommuniziert die App über die ebenfalls vom IAV-Team gemeinsam mit VW entwickelte Schnittstelle SAI (Standard App Interface) mit der Bordelektronik des Fahrzeugs, um unter anderem den Verbrauch, den „Blue Score“ und den aktuellen Rollweg anzuzeigen. Die fünf Trainingslevel der App bestehen aus jeweils drei Aufgaben: Sie fordern beispielsweise dazu auf, den Schaltempfehlungen der Multifunktionsanzeige zu folgen oder durch Segeln ökologisch zu bremsen. Der Nutzer sammelt mit jedem erfolgreich absolvierten Training virtuelle Medaillen und wird nach und nach zum Experten für kraftstoffsparendes Fahren.

Eigene App-Entwicklung, Beratung und Steuerung von Zulieferern

Neben mobilen Applikationen für Smartphones hat das Team für die Mobile-Onlinedienste-Plattform Car-Net von Volkswagen auch mehrere seriennahe Prototypen von Smart-Watch-Applikationen für verschiedene Messen wie CES, IAA oder IFA entwickelt, mit denen sich unter anderem zum Beispiel die Klimatisierung in einem Elektro- oder Hybridfahrzeug fernsteuern und seine Verriegelung betätigen lassen.

Das Team führt aber nicht nur eigene Entwicklungen durch – es steuert auch die gesamten Arbeiten von App-Entwicklungspartnern. „Wir übernehmen auf Wunsch eines OEM die gesamte Koordination und Leitung der App-Entwicklung“, berichtet Tobias Breßler, Teamleiter Automotive Apps Consulting. „Außerdem stehen wir unseren Kunden auch als Berater zur Verfügung.“
Neben dem Think Blue. Trainer hat das AACC für Volkswagen unter anderem die Entwicklungsarbeiten für die Apps MyGuide (einen Lotsen zu Sonderzielen), Shared Audio (Nutzung der Musik auf den Smartphones aller Mitfahrer) und Media Control (Steuerung des Infotainmentsystems von der Rückbank) gesteuert.

Neben der Erstellung von Serienapps sind aber auch zusätzliche diverse prototypische Apps für verschiedene Kunden entstanden. Auch hier profitieren die Kunden von der umfassenden Kompetenz des Teams, effizient Fahrzeuginformationen im Smartphone zur Verfügung zu haben, diese in Apps auszuwerten oder gar Fahrzeugfunktionen mit der App zu steuern.

Auch um die Anbindung an ein Backend- system kümmert sich das AACC-Team. „Das ist beispielsweise für die Logistikbranche wichtig“, so Reinhold. „Dort müssen Apps für den Lkw mit den Unternehmens-Servern verbunden werden, damit der Flottenmanager die Fahrzeuge optimal verwalten kann.“

Komplettes Leistungsangebot bis hin zur Hardware

Vom Konzept über die Implementierung bis hin zum Support und regelmäßigen Updates: Das AACC-Team von IAV bietet Unterstützung während des gesamten Entwicklungsprozesses und Lebenszyklus der mobilen Applikation. Für die eigentliche Fahrzeugintegration bietet IAV ebenfalls passende Hardware und zugehörige Schnittstellenbibliotheken für mobile Apps an. Diese im Fahrzeug in die dortige Vernetzung integrierten Steuergeräte lassen sich an die Anforderungen beliebiger OEMs anpassen und verbinden das Smartphone über Bluetooth oder WiFi mit dem Fahrzeug.