Testsystem für die Interoperabilität an der Ladeschnittstelle

IAV verfügt über die Technik und die nötige Erfahrung, um die Normenkonformität und Interoperabilität sicherzustellen

Kabel auspacken, an die Ladestation anschließen – und schon fließt der Strom in die Batterie des Elektrofahrzeugs? Ganz so einfach ist es nicht: Bevor der Ladevorgang starten kann, müssen Auto und Infrastruktur zahlreiche Daten austauschen, um den komplexen technischen Prozess zu organisieren. IAV verfügt nicht nur über ein Testsystem, sondern auch über die Testmethodik und das Know-how für die detaillierte Untersuchung der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladesäule.

Die Normen ISO 15118 und IEC 61851 sowie die DIN Spec 70121 legen die Abläufe für die Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Ladeinfrastruktur fest. Um Daten wie etwa die zulässige Spannung oder die maximale Ladeleistung auszutauschen, kommt entweder die Powerline-Communication (PLC) und/oder die Pulsweitenmodulation (PWM) zum Einsatz. In allen Fällen gilt: Bereits bevor Strom fließen kann, findet eine Kommunikation zwischen Auto und Ladesäule statt – und ob sie tatsächlich stabil zustande kommt, hängt entscheidend von der Normenkonformität von Infrastruktur und Fahrzeug ab.

Derzeit gibt es keine Zertifizierung, die das sicherstellt – umso wichtiger sind darum ausgiebige Tests, um den reibungslosen Ablauf der Kommunikation zu überprüfen. IAV verfügt über ein hochmodernes Testsystem für die Interoperabilität an der Ladeschnittstelle, das aus einer leistungsfähigen Rechnerplattform mit einer konfigurierbaren Oberfläche besteht. Es besitzt einen Anschluss zur Ladeschnittstelle – sowohl zum Control-Pilot als auch zu den Strom führenden Leitern.

Ladesäule oder Fahrzeug simulieren

„Wir können zum Beispiel die Ladesäule simulieren und mit dem Elektro- oder Hybridfahrzeug kommunizieren“, erklärt Ursel Willrett, Senior-Fachreferentin für Infrastruktursysteme und Elektromobilität bei IAV. „Unser Testsystem stellt dabei nicht nur die Kommunikation nach, sondern liefert als programmierbare Quelle auch den Strom für die Batterie.“ Mithilfe von programmierbaren Testfällen können alle Abläufe der komplexen Protokolle getestet werden, insbesondere auch Fehlerfälle. Der gesamte Datenaustausch wird dabei aufgezeichnet und lässt sich später im Detail am Computer nachvollziehen.

Umgekehrt kann das Testsystem auch in die Rolle des Fahrzeugs schlüpfen und feststellen, ob die Ladesäule normgerecht arbeitet. In diesem Fall stellt es eine programmierbare Senke für den Strom zur Verfügung, und auch hier werden alle Kommunikationsdaten für die spätere Analyse aufgezeichnet. Und schließlich kann das IAV-Testsystem auch als „Man in the Middle“ fungieren: Dabei platzieren es die Experten zwischen Fahrzeug und Ladestation, um festzustellen, wann beispielsweise der Ladevorgang abbricht.

Kundenspezifische Testfälle möglich

„Wir verfügen nicht nur über die nötige Hardware für diese Tests – bei IAV sind auch viele Testfälle für die Kommunikation bereits vorhanden, außerdem können wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung schnell neue kundenspezifische Testfälle erzeugen“, so Willrett. „Unsere Technik und Methodik haben sich bereits in Kundenprojekten bewährt und wir können solche Tests auf Anfrage jederzeit durchführen.“