Virtual und Augmented Reality in der HMI-Entwicklung

Die komplette IAV-Lösungskette macht Aussehen und Funktionen frühzeitig erlebbar

Die Benutzerschnittstelle im Fahrzeug wird als Differenzierungsmerkmal immer wichtiger – und zunehmend komplexer. IAV setzt darum auf virtuelle HMI-Entwicklung: Kunden können das Design und die Funktionen frühzeitig erleben, Fahrsituationen abfahren und auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen treffen. Hardware-Prototypen spielen hier erst am Ende der Entwicklung noch eine Rolle.
Anzeigen wachsen zusammen, Displays erstrecken sich über große Teile des Armaturenbrettes und Head-up-Displays projizieren Informationen direkt auf die Windschutzscheibe – natürlich perspektivisch korrekt und genau dorthin, wo beispielsweise gerade eine Gefahr droht: Moderne Benutzerschnittstellen bieten faszinierende Möglichkeiten. „Zugleich wird das Thema immer komplexer“, berichtet Dr. Marcus Heinath, Abteilungsleiter UX, HMI und Kombiinstrumente bei IAV. „Darum setzen wir seit Jahren im Entwicklungsprozess frühzeitig auf Virtual Reality, um die Möglichkeiten und Limitierungen der aktuellen Technik aufzuzeigen.“
So können IAV-Kunden schon in der Konzeptphase die Dynamik der Benutzerschnittstelle erleben und wichtige Fragen beantworten: Wie kann beispielsweise die Anzeige auf der Windschutzscheibe aussehen? Wie gut ist die Projektion? So lassen sich Konzepte schnell bewerten und rechtzeitig verändern oder verwerfen. „Wir wollen so weit wie möglich weg von Hardware-Prototypen und mithilfe von virtuellen Modellen fundierte Entscheidungen treffen“, so Heinath. „Dazu fahren wir mittels Virtual und Augmented Reality mit unseren Kunden ganze Szenarien ab – egal ob in der Stadt, auf dem Land oder auf der Autobahn.“

Mit der AR-Brille im Fahrsimulator

Dafür steht bei IAV eine ganze Bibliothek von virtuellen Touren zur Verfügung. Andere Verkehrsteilnehmer und typische Szenarien – etwa eine nicht gewährte Vorfahrt – lassen sich beliebig modellieren. Voraussetzung für die virtuelle Entscheidungsfindung ist ein 3-D-Modells des Interieurs sowie der HMI-Komponenten, die entweder den realen späteren Innenraum oder eine neutrale Umgebung zeigen können – zum Beispiel für Tests mit Probanden, die das HMI bewerten sollen. Im Entwicklungszentrum Gifhorn verfügt IAV darüber hinaus über einen Fahrsimulator mit Sitzkiste. In dem können die Probanden selbst „fahren“ und über eine Augmented-RealityBrille beispielsweise die Inhalte eines Headup-Displays sehen.
„Mit diesen virtuellen Methoden haben wir in den vergangenen Jahren schon viele Projekte erfolgreich durchgeführt“, berichtet Heinath. „Wir können darum sehr gut einschätzen, was geht und was sinnvoll ist. Wichtig ist, dass man immer die Begrenzungen der Technik im Auge behält – ohne dass die Kreativität darunter leidet.“ Als besonderen Mehrwert für seine Kunden hebt er neben der engen Zusammenarbeit mit den Interieurexperten von IAV die komplette Lösungskette hervor: Seine Abteilung kann eine HMI-Entwicklung von der ersten Idee über das Design und die AR-/VR-gestützte Entscheidungsfindung bis hin zum Prototypenaufbau in der Endphase begleiten sowie mittels Probandentests über alle Phasen absichern.