IAV Elocity – serienreifer modularer E-Powertrain für Nutzfahrzeuge

IAV-Lösung integriert unterschiedliche Komponenten – maßgeschneidert für jede Anwendung

Im Nutzfahrzeug-Bereich steigt die Nachfrage nach elektrischen Antriebssträngen. IAV bietet mit IAV Elocity einen modularen E-Powertrain an, der sich individuell an die Anforderungen jedes Kunden anpassen lässt. Erster Anwender ist das Berliner Unternehmen Tassima, das ab 2019 historische Touristen-Doppeldeckerbusse in der Hauptstadt auf einen umweltfreundlichen Elektroantrieb umrüsten wird.

Die Elektromobilität im Nutzfahrzeug nimmt deutlich Fahrt auf, da sich bei einigen Anwendungen mit elektrischen Antrieben bereits Vorteile in den „Total Cost of Ownership“ (TCO) ergeben. Abgesehen von der Vermeidung von Fahrverboten und einem Beitrag zur Luftreinhaltung wird die Senkung der TCO die Marktdurchdringung maßgeblich bestimmen. Es gibt auf dem Markt aber keinen Teilesatz für neue und gebrauchte Fahrzeuge, der den hohen Anforderungen der Nutzfahrzeug-Welt entspricht. Das will IAV ändern: „Unser generischer, modularer E-Powertrain ist ein serienfähiges Produkt, das sich für eine Vielzahl von Onroad-Anwendungen wie Busse oder Lieferfahrzeuge eignet“, sagt Utz-Jens Beister, Geschäftsführer IAV Cars GmbH. Elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge und Busse können unter bestimmten Randbedingungen schon heute wirtschaftlicher sein, als ihre Pendants mit konventionellem Antrieb.

Lösung aus einer Hand

IAV übernimmt bei der Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen die Rolle des Systemintegrators. Kernstück des E-Powertrains ist das Systemsteuergerät, das Schnittstellen zu allen Komponenten wie Batterie, E-Maschine und Leistungselektronik zur Verfügung stellt. Diese können je nach Anforderungen (zum Beispiel Batteriekapazität oder Leistung des E-Motors) von den entsprechenden Zulieferern bezogen werden. „Wir liefern unseren Kunden eine serienreife Lösung aus einer Hand, die alle Vorgaben hinsichtlich Sicherheit und Haltbarkeit erfüllt“, so Florian Brandau, bei IAV Ansprechpartner für E-Mobilität in Nutzfahrzeugen. Zu den größten Herausforderungen gehören dabei die Funktionssicherheit, die Durchgängigkeit aller Schnittstellen (zum Beispiel durchgängige Diagnosen) sowie die Vielfalt der möglichen Anwendungen. „Wir kennen aus der Entwicklung von Diesel-Powertrains die besonderen Anforderungen im Nutzfahrzeug-Bereich für die jeweiligen Anwendungen“, erklärt Brandau. „Diese Erfahrung transferiert IAV mit einem hoch qualifizierten Team auf maßgeschneiderte Lösungen für elektrische Antriebe.“ IAV Elocity wird permanent an neue Entwicklungen angepasst, um beispielsweise Fortschritte bei der Batterieentwicklung nutzen und so dem Kunden immer die neueste Technologie anbieten zu können. In einer weiteren Ausbaustufe sind die Verknüpfung mit integrierten Telematiklösungen und die Möglichkeit, Software-Updates „over the air“ aufzuspielen, angedacht.

IAV Elocity

Neues Leben für historische Doppeldeckerbusse

Einen ersten Anwender für IAV Elocity gibt es bereits: Das Berliner Unternehmen Tassima will Doppeldeckerbusse auf einen elektrischen Antrieb umrüsten. Sie waren ursprünglich für die Berliner Verkehrsbetriebe im Liniendienst und sind heute in der Hauptstadt als Touristenbusse im Einsatz. Ihre Dieselmotoren sind nicht mehr auf dem neuesten Stand – die Partner IAV, Tassima und Ziehl-Abegg wollen ein Zeichen setzen und für diese Doppeldeckerflotte einen umweltfreundlichen E-Antrieb anbieten, der den Wunsch der Busbetreiber nach einem emissionsfreien und nahezu geräuschlosen Fahrzeug erfüllt. IAV Cars liefert dafür den kompletten Teilesatz, der aus der elektrischen Antriebsachse, der Batterie, dem Anzeigesystem und dem Antrieb für die Nebenaggregate besteht. Partner bei diesem Projekt ist neben Tassima zudem Ziehl-Abegg, die eine elektrische Antriebsachse als Umrüstachse für schwere Nutzfahrzeuge anbietet.

„In Europa gibt es etwa 450 dieser Doppeldeckerbusse, die zwar schon bis zu 35 Jahren alt, aber noch voll betriebsbereit sind“, berichtet Brandau. „Unser E-Powertrain ist eine nachhaltige Lösung, um diesen Fahrzeugen eine emissionsfreie Zukunft zu geben und somit einen nachhaltigen und noch möglichst langen Betrieb sicherzustellen.“