Viel Aufmerksamkeit für die 1.000 Kilometer-Batterie

22.06.2016 // Auf der Batterietagung in Münster hat IAV das Projekt EMBATT vorgestellt – eine neuartige Batterietechnologie, die zu einer höheren Energiedichte und sinkenden Kosten führen wird. Das Exponat war der Publikumsmagnet am Stand.
Deutschland

Auf der Batterietagung in Münster hat IAV das Projekt EMBATT vorgestellt.

Noch sind es die vergleichsweise hohen Kosten und geringen Reichweiten, die den Durchbruch der E-Mobilität verhindern. Die EMBATT-Technologie (Chassis Embedded Energy) soll das ändern: Um Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern und Kosten von deutlich unter 200 Euro pro Kilowattstunde zu erreichen, setzt sie auf neue Speichermaterialien mit höheren Spannungslagen und auf großflächige, planar aufgebaute Lithium-Ionen-Strukturen. IAV entwickelt die neuen Speicher gemeinsam mit Partnern im Rahmen eines Forschungsprojektes.

Die Vision kommt gut an: EMBATT war das beherrschende Thema auf dem IAV-Stand in Münster. „Wir hatten sehr viele Besucher, die sich für die große Reichweite und die geringen Kosten der neuen Technologie interessiert haben“, berichtet René Kirsch, Entwicklungsingenieur bei IAV. „Für viele OEMs ist das ein zentrales Thema, und da kommt EMBATT gerade zur rechten Zeit.“ Noch ist die Technologie in der Entwicklung, aber auf dem IAV-Stand konnten die Besucher anhand eines Modellautos sehen, wie die Batterie künftig platzsparend ins Chassis integriert werden soll.

In Münster trafen sich Vertreter ganz unterschiedlicher Unternehmen – darunter neben OEMs auch Zellhersteller und Maschinenbauer sowie Vertreter von Hochschulen und aus der Forschung. Bei den Gesprächen standen immer wieder die Kosten der Batterien im Mittelpunkt. „In der Branche gelten circa 150 Euro pro Kilowattstunde als Ziel“, so Kirsch. „Mit EMBATT wollen wir diesen Wert übertreffen.“

Diskutiert wurde auch über neue Technologien wie Festkörper-Elektrolyte als Alternative zu ihren flüssigen Pendants. Und neben der klassischen Traktionsbatterie geraten immer mehr auch andere Anwendungen in den Blick – zum Beispiel stationäre Batterien als Speicher für Solarstrom oder als Puffer für Stromnetze. Auch dafür ist EMBATT bestens geeignet.