IAV entwickelt Simulationsplattformen für Elektro- und Hybridfahrzeuge

15.02.2010 // Kooperation mit TU Berlin und TU Braunschweig im Rahmen eines Förderprojektes.

IAV entwickelt im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Gemeinschaftsprojektes zwei Simulationssysteme für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Mit ihnen sollen die Fahreigenschaften späterer Serienprodukte bereits in der Entwurfsphase, also noch vor dem Bau der ersten Prototypen, in der Praxis „erfahrbar“ werden. Das neuartige Konzept vermeidet spätere Änderungen am Antriebsstrang, die mit hohen Kosten verbunden wären. Es trägt den Namen „InDriVE-Simulator“.

Ein Fahrzeug mit konventionellem Verbrennungsmotor wird dabei so verändert, dass es weitgehend die späteren Fahreigenschaften eines Hybridfahrzeugs hat und im Straßen-verkehr getestet werden kann. Ein Computer rechnet die Eingaben des Fahrers – etwa den Druck auf das Gaspedal – in Echtzeit so um, dass sich das Auto wie ein Prototyp des neuen Modells verhält. Dazu benötigen die Ingenieure aber keinen realen Prototypen, sondern lediglich mathematische Modelle für sein Verhalten.

Als zweite Simulationsplattform wird ein Elektrofahrzeug aufgebaut, das ein breites Spektrum von Antriebskonzepten nachbilden kann. In den Echtzeitrechner des Simulatorfahrzeugs kann das Rechenmodell jedes beliebigen Zielfahrzeugs hochgeladen werden. Danach fährt das Simulatorfahrzeug wie das Zielfahrzeug und ermöglicht die Abprüfung seiner Fahreigenschaften unter realen Bedingungen.

Beide Plattformen erlauben es, schon in einer frühen Entwicklungsphase verschiedene Antriebskonzepte zu vergleichen, Systemkomponenten zu dimensionieren und optimale Betriebsstrategien zu entwickeln. Dass ein solches Konzept einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Verbesserung von Produkten leisten kann, beweisen ähnlich ausgerüstete Forschungsflugzeuge bereits seit Jahren in der Luftfahrt.

Das Projekt läuft bis zum 30. September 2011 und hat ein Volumen von rund vier Millionen Euro. Die Fördermittel stammen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Projektträger ist der TÜV Rheinland. Neben IAV sind die TU Berlin (Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik) und die TU Braunschweig (Institut für Regelungstechnik sowie Institut für Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen) an der Entwicklung der beiden Simulationsplattformen beteiligt.

www.indrive-simulator.com