Ministerin Wanka besucht IAV in Gifhorn

03.05.2011 // Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur besucht am 3. Mai den IAV-Standort in Gifhorn. Dabei wird sich Frau Professor Johanna Wanka insbesondere über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Elektromobilität informieren. Im Mittelpunkt des Besuchsprogramms steht das IAV-Projekt „Berührungslose Energieversorgung von Elektroautos“.

Gifhorn. Das kommende Zeitalter der Elektromobilität erfordert eine neue Infrastruktur für das Nachladen der Batterien in den Fahrzeugen. Derzeit wird die elektrische Energie mithilfe eines Kabels von der Steckdose zu den Elektroautos transportiert – ein äußerst umständliches Verfahren: „Die Besitzer müssen ständig ein Kabel mit sich führen, das eine Stolperfalle darstellt und im Winter zudem sehr schnell schmutzig wird“, erklärt Wilfried Nietschke, Leiter des IAV-Bereichs Technologie­monitoring. „Darum hat IAV ein induktives Verfahren für Automobile entwickelt, bei dem die Energie berührungslos ins Fahrzeug übertragen wird.“

Nachladen der Batterie ohne lästiges Stromkabel

Das Projekt „Berührungslose Energieversorgung von Elektroautos“ setzt auf das bewährte Transformatorprinzip: Eine Spule im Boden erzeugt ein Magnetfeld, das in einer zweiten Spule im Elektrofahrzeug eine Spannung induziert und dadurch die Batterie auflädt. „Dadurch vermeiden wir das umständliche Hantieren mit dem Kabel“, so Nietschke. „Unser Verfahren arbeitet mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent, und erste Tests zeigen, dass es für den praktischen Einsatz geeignet ist.“ Mithilfe des induktiven Verfahrens lassen sich Elektrofahrzeuge nicht nur im Stand nachladen – dank spezieller „Ladespuren“ auf Autobahnen könnte das in Zukunft sogar während der Fahrt erfolgen.

Weltweit einmaliges Projekt: E-Taxis mit induktiver Ladetechnik

Wilfried Nietschke, IAV-Geschäftsführer Michael Schubert und der Gifhorner Betriebsleiter Michael Znamiec werden der Ministerin und dem niedersächsischen Landtagsabgeordneten Matthias Nerlich den aktuellen Stand des Projektes vorstellen. Thema wird auch das IAV-Projekt „Induktive Elektrotaxi-Flotte“ sein – dabei soll eine Flotte von Elektro-Taxis die Vorteile der Elektromobilität für möglichst viele Menschen „erfahrbar“ machen. Die Fahrzeuge sollen an mindestens einem Taxistand – etwa einem großen Bahnhof oder einem Flughafen – berührungslos und schnell induktiv aufgeladen werden. Dadurch kommen sie ohne große und teure Batterien aus. Das Projekt ist weltweit einmalig und wurde Anfang des Jahres von IAV initiiert.