MUTE-Premiere auf der IAA: Ein großer Schritt zur E-Mobilität

13.09.2011 // MUTE-Premiere auf der IAA: Ein großer Schritt zur E-Mobilität. IAV entwickelt Rahmen für Elektroauto der TU München.

Berlin. Ein besonderes IAV-Entwicklungshighlight auf dem Gebiet der Elektrofahrzeuge präsentiert die TU München auf der IAA in Frankfurt: MUTE – den Prototypen eines voll elektrischen Autos, das seinen Besitzer nicht mehr kosten soll als ein konventioneller Kleinwagen. IAV hat den innovativen Rahmen des Fahrzeugs in Aluminium-Leichtbauweise konstruiert, berechnet und am Münchener Standort des Unternehmens aufgebaut. Auch bei der Hochvolt-Sicherheit und bei der elektromagnetischen Verträglichkeit ist IAV-Expertenwissen beratend in das Projekt der TU München eingeflossen.

Noch gelten Elektrofahrzeuge oft als teuer und nur bedingt praxistauglich – das Konzept hinter MUTE zeigt einen neuen Weg auf: Der Zweisitzer mit Platz für Gepäck (510 Liter) ist extrem leicht konstruiert (Leergewicht inklusive Batterie: 500 Kilogramm) und garantiert mit seiner Lithium-Ionen-Batterie eine Reichweite von mindestens 100 Kilometern (eine Zink-Luft-Batterie dient bei Bedarf als zusätzlicher Range Extender). Der zulassungsbedingt auf 15 kW abgeregelte Elektromotor beschleunigt MUTE auf eine Spitzengeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. Damit kann das Fahrzeug nach Berechnungen der TU München mehr als 98 Prozent aller in der Praxis zurückgelegten Strecken bewältigen. In Kombination mit Carsharing für die Langstrecke ist der MUTE-Besitzer darum nach wie vor zu 100 Prozent mobil.

MUTE ist ein vollwertiges Auto: Trotz des geringen Gewichts muss der Fahrer auf nichts verzichten. MUTE verfügt über zahlreiche Sicherheitssysteme wie ESP und schützt die Passagiere durch seine stabile Fahrgastzelle sowie Crash-Elemente aus leichtem und stabilem Carbon (CFK). Für maximale Ergonomie sorgt ein Touchpad, das Informationen des Infotainment- und Navigationssystems übersichtlich darstellt. Auch beim Energiesparen hilft modernste Elektronik: Während der Fahrt kann MUTE diejenige Strecke berechnen, die am wenigsten Energie kostet und somit die Reichweite maximiert.

Als Engineeringpartner hat IAV sichergestellt, dass MUTE von Anfang an praxisorientiert und marktgerecht entwickelt wurde. Zudem hat der weltweit tätige Automobil-Entwicklungspartner den Rahmen des Fahrzeugs konstruiert, berechnet und in Aluminium-Leichtbauweise aufgebaut. Auch mit seinem über 20 Jahre gewachsenen Know-how auf dem Gebiet der Elektromobilität unterstützte IAV das Projekt – insbesondere bei der sicheren Auslegung des Hochvolt-Bordnetzes und bei Fragen der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV).

„MUTE hat einen hohen technischen Anspruch“, sagt Steffen Lintz, Leiter IAV München. „Die konzeptionellen Innovationen kommen in diesem Fall von der TU München. Theorie und Praxis haben sich durch das Gemeinschaftsprojekt von universitären und industriellen Partnern sehr gut ergänzt. Das theoretische Wissen der Forscher wurde mit pragmatischem Wissen aus der Massenherstellung ausgestattet. So konnte das Fahrzeug MUTE überhaupt aufgebaut werden. MUTE beweist, dass Elektrofahrzeuge schon heute den meisten Mobilitätsanforderungen genügen und so auch bald zu konkurrenzfähigen Preisen hergestellt werden können.“ An der Entwicklung von MUTE waren neben IAV auch viele Lehrstühle des Wissenschaftszentrums Elektromobilität der TU München sowie als Projektpartner C-CON und Gerg RPT sowie mehr als 20 Industriepartner beteiligt. Das Projekt wird von der BFS, Bayerische Forschungsstiftung, gefördert.