IAV prämiert Nachwuchs-Ingenieure mit dem Hermann-Appel-Preis

08.11.2012 // IAV verleiht in diesem Jahr zum neunten Mal den Hermann-Appel-Preis an sieben herausragende Nachwuchs-Ingenieure. Die ausgezeichneten Arbeiten beschäftigen sich mit aktuellen Fragestellungen der Automobilentwicklung und innovativen Technologien. So wird beispielsweise die Optimierung des Patientenkomforts in Rettungswagen untersucht.

Die Preisträger vlnr. Tobias Schnelle, Dr. Lars Zigan, Alexander Lampe, Sebastian Damm, Dr. Tobias Carsten Müller, Tillmann Meier, Georg Winkler

Derzeit existieren nur wenige Untersuchungen, die sich mit dem Komfort von Patienten in Rettungsfahrzeugen beschäftigen. Die mit einem Sonderpreis ausgezeichnete Diplomarbeit von Sebastian Damm von der Technischen Universität Braunschweig nimmt dieses Thema auf: Mit Hilfe von Gesamtfahrzeugversuchen und -simulationen untersuchte er für drei Rettungsfahrzeuge und fünf Tragetischsysteme, welchen Vibrationen und Bewegungen ein Patient während der Fahrt ausgesetzt ist.

Ein gängiges Bewertungsverfahren für die spürbare Vibration und ein selbst entwickelter Parameter für die Messung der Relativbewegung des Fahrzeugs um den Patienten gaben Auskunft über den Komfort während des Transports. Die Ergebnisse zeigen, dass moderne Tragetische den Komfort um 17 bis 51 Prozent verbessern können und wie die Federungen von Fahrwerk und Tragetisch wechselwirken. Mit einem Simulationsmodell lässt sich darüber hinaus untersuchen, wie sich der Komfort in Abhängigkeit von den Feder-Dämpfer-Komponenten im Fahrwerk und der Position des Tragetisches im Fahrzeug verändert.

Neben Sebastian Damm wurde auch Alexander Lampe von der TU Berlin mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, den er für seine Bachelorarbeit „Optimierung einer HEV-Betriebsstrategie“ erhielt.

Hermann-Appel-Preise in drei Fachgebieten

Der Hermann-Appel-Preis wir in drei Fachgebieten vergeben und jeweils in den Kategorien Bachelor-, Diplom-/Masterarbeit sowie Dissertation.

Im Fachgebiet „Elektronikentwicklung“ erhielt Dr. Tobias Carsten Müller einen Preis für seine Dissertation „Neuronale Modelle zur Offboard-Diagnostik in komplexen Fahrzeugsystemen“ (Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig). Die Diplomarbeit „Aufbau und Inbetriebnahme eines aktiven B6C-Gleichrichters“ von Tobias Schnelle wurde ebenfalls ausgezeichnet (Technische Universität Chemnitz).

Im Fachgebiet „Antriebsstrangentwicklung“ wurde die Dissertation „Laserdiagnostische und numerische Untersuchungen zum Einfluss der Kraftstoffzusammensetzung auf die Sprayausbildung bei der Benzindirekteinspritzung“ von Dr. Lars Zigan ausgezeichnet (Universität Erlangen-Nürnberg). Einen Preis für seine Diplomarbeit „Untersuchung einer AGR-Schichtung beim aufgeladenen Dieselmotor“ erhielt Georg Winkler (Technische Universität Graz). 

Im Fachgebiet „Fahrzeugentwicklung“ erhielt Tillmann Meier einen Preis für seine Diplomarbeit „Marktpotenzialanalyse eines innovativen Klimasystems am Beispiel der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage CoolSteam im Bus- und Bahnverkehr“ (Technische Universität Berlin).

Die Preise sind mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und erinnern an IAV-Gründer Professor Hermann Appel (1932 - 2002). In der Jury sind unter anderem Experten von Automobilherstellern, Zulieferern und Universitäten vertreten. Die Ausschreibung für den Hermann-Appel-Preis 2013 startet im Januar. Die Frist endet am 30. Juni.

Preisverleihung am 8. November:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Markgrafenstraße 38
10117 Berlin

Weitere Informationen zum Hermann-Appel-Preis:

www.iav.com/karriere/hermann-appel-preis