Symposium von IAV und ITS vereinte Wissenschaft und Praxis

15.02.2013 // Berlin. Das zehnte Symposium für Hybrid- und Elektrofahrzeuge endete gestern in der Stadthalle Braunschweig. Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis stellten im Plenum ihre aktuellen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse vor. Mitveranstalter IAV (zusammen mit ITS Niedersachsen) zieht ein positives Fazit der Jubiläumsveranstaltung.

Sowohl am 13. als auch am 14. Februar stand die Batterietechnik im Mittelpunkt des Interesses. Prof. Ulrike Krewer (TU Braunschweig) wagte einen Ausblick auf alternative Batterietechnologien. Als „heiligen Gral“ der Forschung bezeichnete sie die Lithium-Luft-Batterie. Theoretisch werden sich mit ihr die Reichweiten heutiger Elektrofahrzeuge von knapp 150 auf bis zu 550 Kilometer steigern lassen. Mehr als Grundlagenforschung sei jedoch zur Zeit nicht möglich, bremste sie zügig die Erwartungen der anwesenden Entwicklungsingenieure. Auch Mitveranstalter Prof. Dr. Burghard Voß machte für IAV deutlich: „Der nächste Schritt in der Batterietechnik wird nicht heute oder morgen, sondern erst in zehn Jahren erfolgen. Bis dahin gibt es zur Lithium-Ionen-Technik, trotz aller Einschränkungen und Probleme, keine Alternative!“.

Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen

Burghard Voss „Besonders stolz sind wir auf den zweiten Schwerpunkt des Symposiums: Die Hybridisierung von Nutzfahrzeugen ist ein spannendes Thema, weil immer wieder ihre Zweckmäßigkeit angezweifelt wird“, machte Voß deutlich. Dem wirkte Dr. Martin Ackerl aus Österreich entgegen. Seine Forschung belegt, dass ein Elektromotor im Zusammenspiel mit einem intelligenten Tempomat auch in einem LKW sinnvoll ist. Um bis zu neun Prozent kann der Dieselverbrauch reduziert werden, wenn durch Hybridisierung Boosts und eine Optimierung der „Segelphasen“ möglich sind und so Schaltvorgänge vermieden werden können. So werden Elektrokomponenten und –antriebe nicht nur bei Bussen und anderen Nutzfahrzeugen des Stadtverkehres dazu genutzt, die Kohlendioxidbilanz zu verbessern. In Berlin soll ab 2014 ein Projekt von acht induktiv geladenen Elektrobussen dazu führen, dass bis zu 660 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid vermieden werden.

Trotz aller positiven Entwicklungsansätze ging das versammelte Fachpublikum davon aus, dass rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge bis auf weiteres auf den innerstädtischen Verkehr beschränkt bleiben werden.

Die Gesamtreichweite wird eben nicht schnell steigen. Dennoch wurden Chancen für die deutsche Industrie unterstrichen: Gerade im Bereich der High-End-Batterien sind im Hinblick auf die Anzahl der Ladezyklen und der Schnellladefähigkeit noch zahlreiche Felder zu besetzen.

Der Theorie folgte die Praxis: Sprichwörtlich aufgeladen wurden die Ideen und Denkansätze der Wissenschaftler beim exklusiven Fahrtest auf dem Gelände von IAV in Gifhorn. Als Engineeringpartner für unzählige Automobilhersteller und Zulieferbetriebe arbeitet IAV intensiv und zielstrebig an alternativen Antriebskonzepten für die Zukunft. Hybrid- und Elektrofahrzeuge stellen dabei einen von vielen Wegen zum emissionslosen Auto dar. 

Unter anderem konnten sich die Teilnehmer vom Leistungsstand aktueller Elektro- und Hybridfahrzeuge wie dem Smart ForTwo electric drive überzeugen. Aber auch Vorserienfahrzeuge wie der Golf Blue E-Motion oder die Mercedes A-Klasse E-Cell wurden Probe gefahren. Das kam gut an bei den Elektro- und Hybridexperten. Sie konnten sich dabei einen großen Überblick verschaffen, welche verschiedenen Ansätze sich in den Produkten der Hersteller wiederfinden.

Das ist IAV:

IAV ist mit mehr als 5.000 Mitarbeitern einer der weltweit führenden Engineeringpartner der Automobilindustrie. Das Unternehmen entwickelt seit 30 Jahren innovative Konzepte und Technologien für zukünftige Fahrzeuge. Zu den Kernkompetenzen gehören serientaugliche Lösungen in allen Bereichen der Elektronik-, Antriebsstrang- und Fahrzeug-entwicklung. Zu den Kunden zählen weltweit alle namhaften Automobilhersteller und Zulieferer. Neben den Entwicklungszentren in Berlin, Gifhorn und Chemnitz verfügt IAV über weitere Standorte in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika.