IAV unterstützt zweite Rekordfahrt von Südafrika nach Norwegen

14.09.2015 // Berlin. Erneuter Anlauf für eine einzigartige Rekordfahrt im Dienste der Fahrzeugentwicklung: Rainer Zietlow und sein Team starten heute zur „Cape to Cape Challenge“. Ihr Ziel ist es, die Strecke vom südlichsten Punkt Afrikas bis zum Nordkap in nur zehn Tagen zurückzulegen. 2014 war das Team dem Rekord bereits sehr nahe – bis ein fremdverschuldeter Unfall in Afrika die Fahrt für fast zwei Wochen unterbrach, dieses Mal soll alles glatt gehen. IAV unterstützt das Vorhaben erneut als Technologiepartner für Sensorik und Bordelektronik.

IAV unterstützt zweite Rekordfahrt von Südafrika nach Norwegen

Mehr als 19.000 Kilometer lang ist die Strecke von Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas, zum Nordkap, dem nördlichsten Punkt Europas. Mit einem VW Touareg 3.0 TDI will Rainer Zietlow gemeinsam mit Marius Biela und Sam Roach in zehn Tagen zurücklegen – ein typisches Projekt für den passionierten Rekordjäger, der schon eine Sahara-Durchquerung und die erste Tour rund um die Welt mit einem Gasfahrzeug hinter sich hat. Dieses Mal führt ihn die Strecke durch 19 Länder, darunter Tansania, Kenia, Äthiopien, Ägypten und Simbabwe.

Genauso wie schon 2014 profitiert auch dieses Mal die Automobilentwicklung wieder von der Abenteuerlust Rainer Zietlows: Gemeinsam mit Hewlett-Packard (HP) will IAV die Rekordfahrt nutzen, um neue Erkenntnisse über die Möglichkeiten und Herausforderungen von „Connected Cars“ zu gewinnen. Das Fahrzeug ist zwar serienmäßig motorisiert, verfügt aber über zusätzliche Sensorik und Bordelektronik, die während der Fahrt aktuelle Informationen über das Fahrzeugverhalten und die Straßenqualität aufzeichnet und via Satellit zur Auswertung an HP und IAV schickt. „Heute sind vernetzte Fahrzeuge noch eine Seltenheit – aber schon in wenigen Jahren werden Autos mit ihrer Umgebung und mit anderen Fahrzeugen kontinuierlich Daten austauschen“, sagt Jean Wagner-Douglas, Bereichsleiter Fahrwerkentwicklung bei IAV. „Wir arbeiten intensiv daran, diese Entwicklung voranzutreiben und die anfallenden Datenmengen optimal zu nutzen.“

Dazu haben die IAV-Experten den Touareg so umgerüstet, dass er pro Sekunde Tausende von Messdaten aufzeichnet – alleine die Fahrwerkssensoren nehmen insgesamt rund 4.000 Werte pro Sekunde auf. Beim ersten Versuch waren dadurch 1,6 Milliarden Datenbankzeilen zusammengekommen, die ein Spezialist von HP in den USA mit Hilfe von Big Data-Algorithmen untersuchte. Sie lieferten unter anderem Informationen über den individuellen Fahrstil der drei Teammitglieder und die aktuelle Straßenqualität. In Zukunft könnten vernetzte Fahrzeuge als „rollende Sensoren“ für die Überwachung des Straßenzustandes oder als Messstationen für eine bessere Wettervorhersage dienen. „Bereits die Fahrt im Jahr 2014 hat gezeigt, wo die Herausforderungen in der Entwicklungsarbeit von nahtlos vernetzten Fahrzeugen liegen“, sagt Christoph Kielmann, Fachbereichsleiter Fahrwerkentwicklung bei IAV. „Jetzt arbeiten wir daran, solche Lösungen möglichst schnell in Serie zu bringen.“

Neben HP und IAV kann auch die Öffentlichkeit hautnah miterleben, wie das Team die anspruchsvolle Aufgabe meistert: Die aktuelle Position des Fahrzeugs wird im Internet angezeigt, und zweimal am Tag berichten die Fahrer über ihre Erfahrungen.

Die Cape to Cape Challenge live im Internet: www.touareg-c2c2.com