Die Ampel wird zur Datendrehscheibe

21.04.2016 // IAV, der Experte für Automotive Engineering, präsentiert auf der Hannover Messe neue Lösungen zur Kommunikation zwischen Fahrzeug und Verkehrsinfrastruktur.

Auf der Hannover Messe 2016 (25. bis 29. April) zeigt IAV neue Lösungen für das vernetzte hochautomatisierte Fahren, die das Unternehmen gemeinsam mit Microsoft entwickelt hat. Dabei spielt die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in Städten eine zentrale Rolle – etwa Ampeln, die Daten einsammeln, per Funk nach Standard WLANp an die Fahrzeuge kommunizieren und somit Gefahrensituationen vermeiden helfen. Besucher der Hannover Messe haben die Möglichkeit, die neuen Funktionen am Microsoft-Messestand C40 in Halle 7 und bei einer Testfahrt mit IAV live zu erleben.

Die Kommunikation mit der umgebenden Infrastruktur verschafft Fahrzeugen in Zukunft zusätzliche Informationen, etwa um Gefahrensituationen rechtzeitig erkennen und sofort reagieren zu können. Wie das vernetzte hochautomatisierte Fahren in der Praxis aussehen kann, zeigt IAV gemeinsam mit Microsoft auf der Hannover Messe. „Das Fahrzeug empfängt Daten von einer Ampel, die als Sammel- und Verteilstelle für Informationen von verschiedenen Quellen dient. So kann zum Beispiel ein Wearable, das ein Fußgänger trägt – etwa eine Smart Watch – dem Auto über die Ampel mitteilen, dass er sich der Straße nähert. Dem Auto bleibt genügend Zeit, die Geschwindigkeit automatisch zu verringern“, sagt Benedikt Schonlau, Leiter Aktive Sicherheit und Lichtfunktionen bei IAV.

Zudem kann das neue System auch die Kameras nutzen, die heute ohnehin bereits auf vielen Ampeln montiert sind und das Verkehrsgeschehen beobachten. Ihre Bilder werden von Algorithmen auf Basis von Microsoft Azure Machine Learning ausgewertet, und sobald eine Gefahrensituation zu erkennen ist, wird das Fahrzeug informiert und automatisch abgebremst. Zudem sendet die Ampel auch eigene Informationen an die Verkehrsteilnehmer, so dass sie bei einer Rotphase automatisch abbremsen und bei „Grün“ automatisch weiterfahren können. So wird die Ampel zum Smart Device, das zusätzliche Aufgaben zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Umfeld übernehmen kann.

Die neuen Funktionen nutzen vorhandene Infrastruktur und basieren auf dem verbreiteten OCIT-Standard (Open Communication Interface for Road Traffic Control Systems) mit einer eigens dafür angefertigten prototypischen Ampel. Während Microsoft die Algorithmen für die Bildverarbeitung beisteuert, übernimmt IAV die Funktionsalgorithmen und ihre standardkonforme Integration in die Komponenten. Damit setzen IAV und Microsoft ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der vernetzten Mobilität fort. Bereits im Januar hatten beide Unternehmen auf der CES in Las Vegas ähnliche Funktionen vorgestellt.

Einen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit leistet auch die cloudbasierte Fusion der Verkehrszeichenerkennung. Dabei senden viele Fahrzeuge die Ergebnisse ihrer internen Verkehrszeichenerkennung in die Cloud, wo sie miteinander kombiniert werden. Die aufbereiteten Informationen fließen dann wieder zurück in die Fahrzeuge – das verbessert die Erkennungsgenauigkeit deutlich, etwa bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Fusions-Algorithmen von IAV laufen hierbei ebenfalls auf der Microsoft Cloud-Plattform Azure.

Diese Zusammenarbeit zwischen IAV und Microsoft ist erst der Anfang dieser Partnerschaft. Die beiden Unternehmen beabsichtigen außerdem, Windows 10 Continuum einzusetzen, um Windows 10 direkt ins Armaturenbrett des Fahrzeugs zu streamen. So könnten zum Beispiel Daten und Dienste über Geräte integriert werden, die der Fahrer bereits auf seinem Notebook, Tablet-PC oder Smartphone nutzt, mit Apps wie Skype for Business, Office 365 und Groove Music.

Besucher der Hannover Messe können sich vor Ort über diese und weitere neuen Funktionen informieren: Auf dem Microsoft-Stand (Halle 7 / Stand C40) erlaubt ein E-Golf unter anderem Einblicke in neue Formen der mobilen Produktivität. Und auf dem Außengelände der Messe nahe Halle 27 (L44 / 1) ist eine Teststrecke eingerichtet, auf der man das vernetzte Fahren und die Kommunikation mit der Verkehrsampel in einem Golf Compact live erleben kann. Zwischen dem Messestand und der Teststrecke ist ein Shuttle-Service eingerichtet.