A Journey Towards Digital Mobility

17.10.2017 // Berlin. Unter diesem Motto präsentiert der Engineering-Partner IAV auf dem internationalen VDI-Kongress ELIV (Electronics in Vehicles) vom 18. bis 19. Oktober in Bonn seine neuesten Entwicklungen in der Fahrzeugelektronik. Sie zeigen, wie Fahrzeuge und IT immer stärker zusammenwachsen und wie Autos als Teil des Internets der Dinge den Alltag ihrer Nutzer in Zukunft spürbar vereinfachen werden.

IAV hat eine klare Vision vom Fahrzeug der Zukunft. „Wir arbeiten an einem Auto, das die digitale Welt nahtlos mit der persönlichen Mobilität verbindet“, sagt Kurt Blumenröder, Sprecher der IAV-Geschäftsführung. „Mobile Geräte und Daten aus der Cloud sorgen dafür, dass sich das Fahrzeug an die Bedürfnisse der Passagiere anpasst, eine angenehme Atmosphäre erzeugt und die Fahrt so sicher und komfortabel wie möglich gestaltet.“

Einkaufen „im Vorbeifahren“

In Bonn zeigt IAV, wie die Fahrzeuge der Zukunft durch permanente Vernetzung und Datenaustausch mit der Cloud völlig neue Services ermöglichen werden. Ein Beispiel dafür ist der AutoMotive MarketPlace, der das Auto zur mobilen Couch macht: Das Fahrzeug weist während der Fahrt darauf hin, wo sich Wünsche des Fahrers entlang der Wegstrecke erfüllen lassen. Dazu vergleicht der AutoMotive MarketPlace Online-Wunschzettel des Fahrers mit den Angeboten lokaler Händler – und ermöglicht es, die gewünschten Produkte sofort zu bestellen und kurz danach „im Vorbeifahren“ abzuholen und zu bezahlen. Grundlage dafür ist die Payment-Lösung des IAV-Partners Concardis.

Das Auto der Zukunft kennt aber nicht nur die Wünsche des Fahrers – es passt sich auch an die Vorlieben und Stimmungen der Passagiere an. Dank portabler Geräte wie Tablet-Computer oder Wearables bringt jeder Insasse seine persönliche ID ins Fahrzeug, das dadurch individuell auf ihn eingehen kann. Sensoren zeichnen permanent den körperlichen Zustand der Passagiere auf und erkennen ihre Stimmung. Das Fahrzeug kann so die gerade erforderliche Atmosphäre schaffen – zum Stressabbau nach einem langen Arbeitstag oder zur Aktivierung am frühen Morgen. Das IAV-Demofahrzeug ist dazu mit einem LED-Himmel ausgestattet, der viele unterschiedliche Lichtszenarien erzeugen kann.

Virtueller Copilot für Fahranfänger

Zum Stressabbau trägt auch der virtuelle Copilot bei, den IAV in Bonn zeigt. Der Assistent weist Autofahrer während der Fahrt darauf hin, wenn es Zeit ist, einen anderen Gang einzulegen oder vor einer Kurve abzubremsen. So gibt der virtuelle Copilot Fahranfängern mehr Sicherheit.
Pannen werden künftig viel von ihrem Schrecken verlieren: Dank „Remote Diagnostics“ kann der Fahrer über die Cloud jederzeit Kontakt mit einem Service-Center aufnehmen, das die Fahrzeuginformationen über das Internet ausliest und Fehler aus der Ferne lokalisiert. Das erspart das Warten auf einen Techniker. Stattdessen kann der Fahrer – unterstützt von einer App – den Fehler selbst beheben. Wenn er doch in die Werkstatt muss, sind die benötigten Ersatzteile bereits bestellt.

Fernsteuerung per Tablet-Computer

Einen Vorgeschmack auf das autonome Fahren gibt die Fahrzeugsteuerung mit einem mobilen Gerät, etwa einem Tablet Computer. Der Fahrer kann mit „Remote Control“ sein Auto sowohl von außerhalb als auch im Innenraum fernsteuern. In Bonn können Besucher am IAV-Stand das Demofahrzeug mit einem iPad fernsteuern: Einige Bewegungen mit den Fingern über den Touchscreen genügen, und das Auto setzt sich wie gewünscht in Bewegung. Über das fahrzeuginterne WLAN hat das iPad Zugriff auf Lenkung, Gas und Bremse. Theoretisch lässt sich das Fahrzeug über die Cloud von jedem anderen Ort der Welt aus steuern – oder von einem System für das autonome Fahren.

Adaptive Funtionen und Architekturen

Obwohl viele Fahrzeuge bereits mit dem Internet verbunden sind, vermissen Nutzer Funktionen, die sie bei anderen IoT-Devices selbstverständlich verwenden: regelmäßige Updates und Bug-Fixes, Erweiterungen des Funktionsumfangs über den Lebenszyklus, Anpassungen an die individuellen Bedürfnisse und die Integration in das persönliche digitale Ökosystem. Mit „Up-to-date. Up-to-you“ zeigt IAV, in welchem Umfang offene Standards wie Classic AUTOSAR und Adaptive AUTOSAR die Individualisierung moderner Fahrzeugarchitekturen ermöglichen. Mit Hilfe von Algorithmen aus der künstlichen Intelligenz werden Komfortfunktionen wie die automatische Kofferraumklappe verbessert. Regelmäßige Upgrades und Updates sollen in Zukunft ebenso selbstverständlich sein wie die individuelle Anpassung der Fahrzeugfunktionen an den Nutzer.

Eingebaute Datensicherheit

Die neuen Dienste werfen aber auch wichtige Fragen auf: Sind die Daten und Systeme des Fahrzeugs sicher? Kann es von außen angegriffen und unter fremde Kontrolle gebracht werden? Sind die sensiblen persönlichen Daten des Besitzers geschützt? Gefragt ist also ein durchdachtes, ganzheitliches Sicherheitskonzept. Es muss den Datenfluss aus dem Fahrzeug hinaus und in das Fahrzeug hinein schützen, etwa durch eine ausreichend starke Verschlüsselung. In Bonn zeigt IAV einen Demonstrator für Automotive Security: Er besteht aus einem Generator, der eine bestimmte Funktion im Fahrzeug angreift, und einem Steuergerät (dem Secure Communication Gateway), das das Fahrzeugnetz nach außen abschirmt und diese Attacken mit Hilfe typischer Sicherheitsmechanismen wie Firewalls abwehrt.

„Wir befinden uns mitten in der aufregendsten Phase in der Geschichte der Automobilentwicklung: Fahrzeuge und IT wachsen immer stärker zusammen“, so Blumenröder. „Schon bald werden Autos Always On, also permanent mit dem Internet verbunden sein. In Bonn können die Besucher konkret erleben, wie das vernetzte Fahrzeug der Zukunft unseren Alltag spannender und einfacher machen wird. Wir stehen am Beginn einer aufregenden Reise.“

Weitere Informationen unter iav.com/eliv