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Autonom auf der Autobahn

IAV führt das Renault Symbioz-Democar zur Mobilität der Zukunft – autonomes Fahren auf dem SAE-Level 4

Nicht nur sein futuristisches Design, sein modernstes Entertainment inklusive Virtual Reality und das adaptierbare Interieur heben das Renault Symbioz- Demofahrzeug von anderen Autos ab. Es ist vor allem die Fähigkeit zum autonomen Fahren, die das Versuchsfahrzeug zu einem Erlebnis macht. Denn dank zahlreicher Sensoren und intelligenter Algorithmen von IAV kann das Fahrzeug seine Passagiere ohne menschlichen Eingriff ans Ziel bringen. Das Symbioz-Democar beherrscht SAE-Level 4.

Renault nutzt die Erfahrung und Expertise von IAV für die Umsetzung seiner Vision der Mobilität der Zukunft 2030, die auf der IAA 2017 in einer Konzeptstudie vorgestellt wurde. Für weitere Furore sorgte die Präsentation des Renault- Symbioz-Demofahrzeugs auf öffentlichen Straßen Ende letzten Jahres. „Die Herausforderung war es, die EE-Architektur, die Sensoren und die autonomen Fahrfunktionen in den Prototyp zu integrieren sowie die notwendigen Sicherheitsfunktionen und Fahrfeatures zu entwickeln“, sagt Udo Wehner, Bereichsleiter Vehicle Integrated Functions bei IAV. In dem Fahrzeug ist Serien- und seriennahe Sensorik innovativ verbaut. Diverse Lasersensoren, Long-Range-Radar, Short-Range- Radarsensoren, Ultraschallsensoren sowie Kameras vorne, hinten und in den Türgriffen sorgen für den notwendigen Überblick. Ein Schlüssel zum Erfolg war der Ansatz, die Sensoren bereits am Knetmodell mit den Designern gemeinsam zu platzieren. Besonderes technisches Augenmerk wurde auf die redundante Auslegung aller kritischen Komponenten wie Lenkung, Bremse und Rechenplattformen gelegt.

So war es weltweit erstmals möglich, über vier Wochen mehr als 100 internationalen Journalisten das Renault-Symbioz-Democar zu präsentieren, in dem sie selbst – ohne spezielle Schulung – auf dem Fahrersitz Platz nehmen und autonom auf französischen Straßen fahren konnten. Prinzipiell ist das Fahrzeug in der Lage, auf Autobahnen und autobahnähnlichen Strecken selbstständig zu fahren – vorausgesetzt die Strecke wurde freigegeben und wird durch hinreichendes digitales Kartenmaterial beschrieben.

Startpunkt der Präsentation ist das Schloss St. Aubin: Über ein Smartphone wird der Symbioz zum Haus gerufen, dabei navigiert das Democar autonom auf dem Schlossgelände zu dem jeweiligen Journalisten. Die ersten Kilometer auf einer Landstraße hat noch der Mensch das Kommando, auf der A 86 übernimmt dann das Auto die Kontrolle. Selbstständig bewegt es sich durch den Verkehr, adaptiert die Geschwindigkeit, wechselt die Spuren, informiert den Fahrer über die Routenführung und den autonomen Status. Als Highlight passiert das Symbioz-Democar eine Mautstation ohne manuellen Eingriff. „Es war schon für uns als Entwickler eine Herausforderung, das Vertrauen aufzubringen –umso aufregender war die Durchfahrt für die Journalisten“, so Wehner. Während der Fahrt ist es den Insassen möglich, eine Virtual-Reality- Brille aufzusetzen und das Fahrzeugumfeld, basierend auf den Sensordaten des Symbioz, zu sehen.

IAV hat seit vielen Jahren Erfahrungen im Bereich des autonomen Fahrens aufgebaut – unter anderem auch mit einem Vorgängerprojekt zum autonomen Fahren im Pariser Stadtverkehr. Basierend auf dieser IP wurde das Symbioz-Democar befähigt, selbstständig die geforderten Szenarien zu meistern.

Neue Form der Zusammenarbeit

Neben den technischen Innovationen war die Zusammenarbeit mit Renault und den beteiligten Partnern richtungsweisend. Zu den Zielen des Projekts gehörte nicht nur, die technischen Machbarkeiten nachzuweisen, sondern sich auch der Frage zu stellen „Wie wollen wir in Zukunft komplexe autonome Systeme entwickeln?“. So lag das Hauptaugenmerk neben dem Einsatz neuer Managementmethoden und agilen Prozessen auf einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Für das IAV-Team war es hilfreich, sich innerhalb und außerhalb des Arbeitsumfelds sehr gut zu verstehen und die Grenzen und Belastbarkeit aller Beteiligten zu kennen, um als Team erfolgreich zu arbeiten.

Gemeinsam erfolgreich beim autonomen Fahren

Wir freuen uns! Renault zeichnet IAV mit dem „Supplier Award“ in der Kategorie „Innovation“ aus

Renault zeichnet IAV mit dem „Supplier Award“ in der Kategorie „Innovation“ aus. Der Automobilhersteller würdigt damit den Beitrag, den das Unternehmen für die Projekte „Tra- Jam“ und „Brand Vision Concept“ (BVC) mit dem Demofahrzeug Symbioz geleistet hat. Im Mittelpunkt der Projekte steht das autonome Fahren (Level 4). Die Ergebnisse der gemeinsamen Entwicklung sollen ab 2023 bei Renault in Serie gehen.

Seit 2014 haben Renault und IAV gemeinsam im Projekt „TraJam“ das autonome Fahren vorangetrieben. IAV hat sich vor allem mit den Spezifikationen, den Sensoren, der Benutzerschnittstelle und der Validierung des Systems beschäftigt. Ein Ergebnis der Zusammenarbeit ist das aus dem Schwesterprojekt entstandene Democar „Symbioz“, das im Dezember 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Mit dem „Supplier Award“ zeichnet Renault jährlich Partnerunternehmen aus, die einen außergewöhnlichen Beitrag geleistet haben. „Wir sind der erste Automotive- Entwicklungspartner, der von Renault diesen Preis erhält“, sagt Udo Wehner, Bereichsleiter Vehicle Integrated Functions bei IAV. „Das ist eine tolle Auszeichnung und ein Ansporn für unsere künftige langfristige Zusammenarbeit mit Renault.“

IAV ist beim strategisch wichtigen Thema „autonomes Fahren“ der wichtigste Renault- Partner. „Gemeinsam wollen wir die im Symbioz präsentierte Technik bis 2023 in Serie bringen,“ so Olivier Imberdis, Geschäftsführer von IAV France.

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