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BVG und IAV bringen neue Mobilität nach Alt-Tegel

Der gelbe Kleinbus kommt wieder zurück nach Alt-Tegel – und erhält Verstärkung: Insgesamt drei hochautomatisierte Shuttles fahren ab Ende des Jahres 2020 für 12 Monate zwischen U-Bahnhof Alt-Tegel und der Greenwich-Promenade am Tegeler See. IAV ist Partner in dem Projekt und bringt über 20 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet des automatisierten Fahrens ein. Fahrgäste können die von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) betriebenen Kleinbusse kostenlos nutzen.

Bequem chauffiert werden vom U-Bahnhof zum Flanieren auf der Promenade: Möglich macht das das im Januar gestartete Projekt „Shuttles & Co“ auf dem digitalen Testfeld Stadtverkehr. Die zehn Projektpartner – darunter die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (Gesamtkoordination), die BVG, die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO und IAV – wollen das automatisierte und vernetzte Fahren im öffentlichen Nahverkehr erproben und Erfahrungen sammeln zu Chancen und Risiken bei der Gestaltung der urbanen Mobilität der Zukunft.

Dafür werden zum Jahresende drei hochautomatisierte Shuttles im Berliner Stadtteil Alt-Tegel unterwegs sein. Den Betrieb der gelben Flotte übernimmt die BVG, die 2019 im Projekt „See-Meile“ bereits eine sechsmonatige Testphase mit einem hochautomatisierten Shuttle durchgeführt hat. Auch bei den selbstfahrenden Kleinbussen des Projektes „Shuttles & Co“ werden Begleiter der BVG an Bord sein. Die Fahrzeuge bedienen nun aber mit längeren Betriebszeiten ein größeres Einsatzgebiet zwischen dem U-Bahnhof Alt-Tegel und der Greenwich-Promenade am Tegeler See. Neben einer anspruchsvolleren Routenführung wird zudem die Geschwindigkeit um bis zu sechs Stundenkilometer von bislang maximal 12 km/h auf 18 km/h erhöht.

automotion bringen neue Mobilität

Auf dem Projektfahrplan steht außerdem die Erforschung weiterer Basistechnologien für die zukünftige Digitalisierung des Verkehrs – insbesondere die Verbesserung von digitalen Karten und Verkehrsinformationen. Hierbei baut das Projekt auf den Erkenntnissen aus dem bereits abgeschlossenen Forschungsprojekt „SAFARI“ auf. Im Rahmen dieses Projektes haben IAV und Partner hochpräzise und sich selbst aktualisierende digitale Karten entwickelt und erprobt, die von Fahrzeugen und Smartphones gespeist werden.

Schwerpunkt von IAV im Projekt „Shuttles & Co“ ist nunmehr die Entwicklung und Integration neuer Wahrnehmungsfunktionen in hochautomatisierten Fahrzeugen und die Optimierung der Kommunikation zwischen den Fahrzeugen untereinander sowie zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur (V2X). Konkret liegt ein Fokus auf der Verbesserung der Lokalisierung der Fahrzeuge in herausfordernden Umgebungen: beispielsweise in Tunneln und an Kreuzungen. Erprobt werden hierfür neben klassischen Algorithmen auch Algorithmen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz.

«Dazu untersuchen wir, wie der Informationsaustausch zwischen Fahrzeug und Infrastruktur und zwischen den Fahrzeugen selbst die Wahrnehmung und letztlich die Fahrfunktionen verbessern kann.»

Paul Czerwionka — Projektleiter für „Shuttles & Co“ bei IAV

Shuttles & Co

Im Projekt „Shuttles und Co“ arbeiten neben IAV die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (Gesamtkoordination), die Berliner Verkehrsbetriebe BVG, die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., Fraunhofer FOKUS, die Freie Universität Berlin, Hella Aglaia Mobile Vision GmbH, die Technische Universität Berlin und die VMZ Berliner Betreibergesellschaft mbH.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Der Artikel erschien in der automotion 02/2020, dem Automotive Engineering-Fachmagazin von IAV. Hier können Sie die automotion kostenfrei bestellen.

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